A Fair Fashion Revolution

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Einen Blog über Faire Mode und Nachhaltigkeit zu führen ist oft ein „Preaching to the Choire“. Meist kommen Leute auf meine Seite, die an meinen Themen interessiert sind, die bereits Vorwissen besitzen und sich weitere Tipps holen möchten oder mehr über ein bestimmtes Thema erfahren möchten. Aber diese Leute wissen eben oft schon viel über Faire Mode und müssen nicht überzeugt werden. Sie lassen sich gerne inspirieren und wissen, was sie erwartet.

Was also sagt man jemandem, für den „Faire Mode“ kein Begriff ist, der sich noch gar nicht damit auseinandergesetzt hat? Jemandem, der sich fragt, ob faire Mode überhaupt Sinn macht? Gar nicht so einfach. Aber am besten beginnt man ganz am Anfang und erzählt die Geschichte einer kleinen Revolution.

Beginn der Fair Fashion Revolution

Man kann den Beginn einer gewissen Fair Fashion Revolution nämlich relativ einfach auf ein Datum festlegen, an dem sich so einiges zu ändern begonnen hat. Im April 2013 stürzte ein Fabriksgebäude, das Rana Plaza in Sabhar, Bangladesh ein.

Wer jemals einen Blick auf die Etiketten seiner Kleidungsstücke geworfen hat, wird feststellen, dass (zumindest noch bis vor ein paar Jahren) der Großteil der meisten Stücke von konventionellen Marken (Zara, Mango, H&M) aus Bangladesh kam.

Über 1000 Tote

Bei diesem Fabriksunglück, das endlich schlimm genug war, dass es auch der Westen mitbekam, starben über 1000 Menschen, mehr als 2000 wurden verletzt.

In dieser Nähfabrik fabrizierten tausende nicht versicherte, schlecht bezahlte Inder und Inderinnen Textilien für viele bekannte Marken wie Zara, Mango, Kik, NKD, C&A oder Primark.[1] Ja, richtig gelesen.

Hast du also 2013 ein Shirt bei Zara gekauft, kann es gut sein, dass die Person, die das genäht hat, dafür gestorben ist. Um es dramatisch aber doch völlig realistisch auszudrücken.

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©janko ferlic

Der Westen bekommt es mit

Dieses furchtbare Ereignis hat so hohe Wellen geschlagen, dass sich endlich etwas in Bewegung gesetzt hat. Viele Labels unterzeichneten ein Sicherheitsabkommen,bei dem NäherInnen die Arbeit bei akuter Gefahr niederlegen dürfen.

Genau das war im Rana Plaza nämlich nicht der Fall gewesen- trotz eines Polizeiverbots waren die ArbeiterInnen dort dazu gezwungen worden, das halb kaputte Gebäude zu betreten, man hätte sie sonst einfach gefeuert.[2]

Der Vorfall war derart groß in den Medien, dass jeder, der einen Fernseher hatte, etwas davon mitbekommen konnte. Auch, wenn es viel gemütlicher war, man konnte an so einem großen Elend, das wir selbst im Endeffekt verschuldet hatten, nicht mehr vorbeischauen. Zumindest nicht mehr völlig.

Der erste Schritt

Und somit war der erste Schritt im großen Umdenken, das momentan noch immer statt findet und stattfinden muss, getan. Nicht mehr wegschauen. Einer der größten Einflüsse in der Fair Fashion Bewegung in Österreich war die Bloggerin Daria Daria. Sie hatte bereits eine sehr große Leserschaft (um die 180.000 Klicks im Monat[3]) als Fashion-Bloggerin erreicht und wollte, nach dem Schauen einer Dokumentation über Gift in unserer Kleidung, konventionellen Marken und ausbeuterischen Umständen keine Bühne mehr bieten.

Sie machte ihr Umdenken öffentlich, konnte einiges an Aufmerksamkeit generieren und ist mittlerweile eines der großen Vorbilder in Sachen Nachhaltigkeit, faire Mode und Zero Waste im deutschsprachigen Raum.

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©privat

Faires Outfit von thokkthokk / The Handy Houseman

 

A Blogger Revolution

Ihr folgten viele weitere Blogger, Bloggerinnen und LeserInnen ihres Blogs. Endlich war etwas aufgestoßen, was wir in unserem Konsumwahn, in der Blendung des Kapitalismus, nie wahrnehmen hatten wollen.

Die Tür zu einer Überlegung, die fast nie jemand gemacht hatte: Wer produziert unsere Kleidung wo, und was bedeutet das? Dass 5€ für ein T-Shirt niemandem ein gutes Leben garantieren können, ist offensichtlich, wenn man nur kurz ehrlich und offen darüber nachdenkt.

Das hat nur nie jemand mit genug Reichweite gemacht. Wir sind zu faul, zu gemütlich. Wir haben alles direkt vor unserer Nase, zu billigsten Preisen. Ist es da nicht logisch, dass jemand anderer zahlen muss?

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Seit langem gibt es die immer selben Vorurteile gegenüber fairer Marken: Faire Mode sieht nach Hippies aus, ist extrem teuer und schwierig zu finden. Aber immer einfacher kann man diesen Vorurteilen widersprechen.

Stylische Faire Mode ist Realität

Es gibt faire Modeunternehmen in ganz Europa, die unter fairen Bedingungen und mit ungiftigen Farben produzieren, zu nachvollziehbaren Preisen verkaufen und vor allem richtig coole Kleidung herstellen.

Mit tollen Farben, wahnsinnig guten Schnitten und vor allem wunderschönen Stoffen. Marken, bei denen man weiß, dass alles richtig gemacht wurde. Um nur ein paar aus Deutschland und Österreich zu nennen: Knowledge Cotton Apparel, hessnatur, Zerum (österreichisch!), Armed Angels, bleed … (Zu meiner Fair-Fashion-Liste) Einige dieser Marken gibt es sogar schon in großen Kaufhäusern wie Kastner & Öhler in Graz oder Peek & Cloppenburg in Wien zu kaufen.

Man kommt schon überall an faire Mode, das oft schwierige Online-Shopping ist kein Muss mehr.

fair fashion revolution

Wieso eigentlich faire Mode?

Und wieso uns allen das entgegenkommt? Endlich unterstützen wir wieder lokale HändlerInnen, ArbeiterInnen und KünstlerInnen. Wir tragen ungiftige Kleidung und können uns einfach wohl fühlen, mit dem Wissen, dass niemand für unsere Hose hungern oder leiden muss und kein Gift in die Umwelt oder an unsere Haut gelangt.

Faire Mode muss der neue Standard werden. Und wir sind am Wege, das zu erreichen.

Wer Menschenausbeutung und Kinderarbeit, Hungerlöhne und Umweltvergiftung nicht unterstützen möchte, kommt gar nicht umhin, sich mit fairer Mode, oder noch besser; Second Hand Kleidung, auseinanderzusetzen.

Faires Outfit von Zerum | Mintgrey Myth

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©karly santiago

Es geht bei fairer Mode also nicht darum, den vollen Kleiderschrank zu entsorgen und neu mit fair produzierten Stücken zu füllen. Es geht vielmehr darum, ein Gefühl für Konsum zu bekommen, weniger zu kaufen, wenn, dann Second Hand zu kaufen oder, wenn es neu sein soll- dann eben fair und nachhaltig produziert.

Das ist Fair Fashion.

Es muss noch viel getan werden, aber zusammen können wir es schaffen, etwas zu verändern. Damit so ein Unglück nicht immer wieder passiert und damit andere Menschen, irgendwo weit weg von uns, nicht mehr für unseren Luxus leiden müssen. Denn es sollte für jeden Mensch ganz normal sein, dass er von seiner Arbeit leben und nicht nur überleben kann, oder?

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Meine Lieblings-Blogs zu diesem Thema

blattgrün

Mehr Als Grünzeug

dariadaria.

 


Quellen

[1] https://www.publiceye.ch/de/kampagnen-aktionen/eilaktionen/

rana-plaza-fabrikeinsturz-in-bangladesch/ 20.05.2017.

[2] https://de.wikipedia.org/wiki/

Gebäudeeinsturz_in_Sabhar 20.05.2017.

[3] http://dariadaria.com/2013/11/change.html 20.05.2017.

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